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Learning Scenario
Inklusion – Einführung von Formen des Behindertensports (Rollstuhlbasketball, Blindenfußball) im Rahmen eines Inklusionsprojekts
Last updated 30/12/2014, by Armin Ohran
Language(s):
Domain: Sozialwissenschaften>Body and body-experiences>Behinderung
Learning objectivesCognitive - Knowledge:
Factual: Die Lernenden können einzelne Grundtechniken innerhalb der Sportarten erläutern. Konkret bedeutet dies, dass die Lernenden einzelne Passformen innerhalb des Rollstuhlbasketballs erläutern können. Zudem können sie einzelne Regeln erklären.
Procedural: Die Lernenden müssen wissen "wie bestimmte Bewegungsabläufe auszuführen sind und in welcher zeitlichen Reihenfolge" diese erfolgen. Beispielsweise erlangen sie das Wissen über die prozedurale Ausführung des Passens innerhalb des Blindenfußballs.
Cognitive - Process:
To understand: Die Lernenden müssen die Knotenpunkte der einzelnen Grundtechniken innerhalb der Sportart verstehen und kognitiv verarbeiten können.
To apply: Die Schüler und Schülerinnen müssen die erarbeiteten Grundtechniken (Passen, Werfen, Dribbeln) innerhalb des Zielspiels (Rollstuhlbasketball oder Blindenfußball) umsetzen.
To think critically and creatively: Die Schüler müssen ihr Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen und Mitschülern kritisch reflektieren. Die Schüler können neue Übungsformen innerhalb der Sportart entwickeln.
Affective:
To organize values: Innerhalb des Lernszenarios können neue Werte gebildet werden beziehungsweise vorliegende Werte gestärkt werden. Beispielsweise steht die Sensibilisierung der Schüler für Formen des Behindertensports und Mitmenschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung im Vordergrund. Zudem müssen die Lernenden aufeinander Rücksicht nehmen und Verantwortung gegenüber ihren Mitschülern übernehmen. Beispielsweise ist es im Blindenfußball von enormer Bedeutung, Rücksicht aufeinander zu nehmen.
To form and follow a system of values: Die Lernenden sollen innerhalb des Projektes mit Formen einer Behinderung konfrontiert werden und daraus Werte der Sensibilsierung entwickeln. Zudem soll ein Perspektivenwechsel stattfinden, sodass die Toleranz der Lernenden gegenüber Mitmenschen mit körperlichen Beeinträchtigungen erhöht wird.
Psychomotor:
To imitate and try
To perform confidentially following instructions
Grade & AgeDie Schüler sind 15 - 17 Jahre alt.
Keywords/subjectSport, Inklusion, Rollstuhlbasketball, Blindenfußball, Behindertensport
TitleInklusion – Einführung von Formen des Behindertensports (Rollstuhlbasketball, Blindenfußball) im Rahmen eines Inklusionsprojekts
Author(s)Name: Armin Ohran Role: Studienreferendar
Description/ main idea

1) Beschreibung des Unterrichtskonzepts

1.1 Motivation der Arbeit und Darlegung der Forschungsfragen

Dadurch, dass der Begriff "Inklusion" immer stärker in den Fokus rückt und die Sonderschulpflicht für Menschen mit Behinderungen zum Schuljahr 2015/2016 abgeschafft werden sollen, wollte ich mich mit dem Thema stärker befassen und der Frage nachgehen, inwieweit ein inklusiver Sportunterricht auf einer Regelschule möglich ist. Des Weiteren wollte ich wissen, ob die Schüler überhaupt eine Bereitschaft für Formen des Inklusionssports aufzeigen oder diese gänzlich meiden. Zudem wollte ich untersuchen, ob die eingeführten Inklusionssportarten (Rollstuhlbasketball und Blindenfußball) im Rahmen meines Unterrichts sich für den Alltagsunterricht eignen. Außerdem wollte ich analysieren, ob eine Konfrontation der Schüler mit Formen des Behindertensports zugleich zu einer Erhöhung der Inklusionsbereitschaft und Sensiblisierung in diesem Bereich führt. 

1.2 Übergeordnete Lernziele innerhalb des Projektes

Im Rahmen meines Unterrichts verfolgte ich folgende übergeordnete Lernziele

1.Ziel meines Projektes und des in Zusammenhang stehenden Unterrichts war die Sensibilisierung der Lernenden für den Inklusionssport.

2.Zudem sollte das vorliegende Sportverständnis ausgeweitet und den Lernenden neue Handlungskompetenzen aufgezeigt werden.

3.Des Weiteren wurde ein Perspektivenwechsel zwischen gehandicapten Mitmenschen und Menschen ohne Behinderungen angestrebt.

 

1.3 Allgemeine Informationen zum Unterrichtskonzept

Das Lernszenario umfasste vier Unterrichtseinheiten beziehungsweise acht Unterrichtsstunden. Dabei wurden jeweils zwei Einheiten zum Rollstuhlbasketball und zwei Einheiten zum Blindenfußball durchgeführt. Die Unterrichtsstunde fand in einer Berufsfachschule für Wirtschaft statt. Die Eingangsvoraussetzungen für die Berufsfachschule ist ein Hauptschulabschluss. Nach Abschluss der Berufsfachschule für Wirtschaft (2 Jahre) erhalten die Schüler den "Realschulabschluss". Die Lernenden sind dabei zwischen 15 und 17 Jahre alt. Die Stammklasse wurde für den Sportunterricht aufgeteilt, sodass die Sportklasse 17 Schüler (m) umfasst. Dabei weist keiner der Schüler körperliche Behinderungen oder Beeinträchtigungen auf. Die Sportstunden fanden in der Sporthalle der Schule statt.

1.4 Vorüberlegungen inklusiven Unterrichtens

Im Vorfeld mussten organisatorische Vorüberlegungen bei der Umsetzung der Inklusionssportarten getätigt werden. Beispielsweise musste die Beanspruchung der Halle vorab mit dem Schulträger (Landkreis) abgeklärt werden, da bei Nutzung von Alltagsrollstühlen mögliche Streifen am Hallenboden sich hätten bilden können. Zudem musste ich aus versicherungstechnischen Gründen auf Sportrollstühle ausweichen und diese organisieren, da die Verletzungsgefahr mit Alltagsrollstühlen zu hoch gewesen wäre. Dabei wurden die Sportrollstühle aus dem Leihpool des Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes, die Blindenfußbälle und Augenbinden über die Nikolauspflege Stuttgart der Schule zur Verfügung gestellt.

2) Vorstellung der Sportarten des Blindenfußballs und Rollstuhlbasketballs

2.1 Regeln im Blindenfußball

Blindenfußball wird in der Regel in der Halle gespielt, ist aber bei entsprechenden Bedingungen auch im Freien spielbar (ruhige Spielstätte, Banden) (vgl. Einloft & Gössmann, 2010, S. 189). Das Wichtigste im Blindenfußball ist der Fußball selbst. Dieser ist etwas kleiner aber schwerer als ein normaler Fußball. Der Blindenfußball hat ein Gewicht von circa 510-540 Gramm und einen Umfang zwischen 60 und 62 cm und ist im Inneren mit Flachschellen gefüllt, damit die Spieler den Ball akustisch wahrnehmen können (vgl. Einloft & Gössmann, 2010, S. 190;  Blindenfußball-Bundesliga, 2009, S. 8).

Blindenfußball wird auf einem Spielfeld von ca. 20 x 40 Metern gespielt und ist durch Banden begrenzt. Die Spieldauer beträgt 2 x 25 Minuten. Jede Mannschaft hat 5 Feldspieler, von denen einer den Torwart stellt. Die Feldspieler müssen „vollblind“, der Torwart dagegen darf sehend oder sehbehindert sein. Des Weiteren müssen alle Feldspieler Augenbinden tragen, damit weitere Spieler mit minimalem Restsehvermögen keinen Vorteil daraus ziehen können (vgl. Blindenfußball-Bundesliga, 2009, S. 13). Neben den Feldspielern und dem Torwart spielt auch der Trainer und Guide eine wichtige Rolle im Team. Ein Guide, welcher hinter dem Tor der gegnerischen Mannschaft positioniert ist, koordiniert und gibt Anweisungen für das Angriffsdrittel, der Trainer ordnet das Spiel innerhalb der Mittelzone und der Torwart regelt die Abläufe im Verteidigungsdrittel (vgl. Einloft & Gössmann, 2010, S. 190, Blindenfußball-Bundesliga, 2009, S. 17). Eine weitere wichtige Regel versteckt sich hinter dem Signalwort „Voy“. Dieses muss ausgesprochen werden, wenn ein Verteidiger sich dem ballführenden Feldspieler nähert, damit Zusammenstöße vermieden werden. Unterlässt der Feldspieler diese Handlung, erhält die ballbesitzende Mannschaft einen Freistoß. 

2.2 Regeln im Rollstuhlbasketball

Die Regeln im Rollstuhlbasketball sind sehr stark an den Regeln des „Fußgänger-Basketballs“ angelehnt. Auch im Rollstuhlbasketball spielen zwei Mannschaften mit jeweils fünf Feldspielern gegeneinander. Zudem sind die Spielfeldgröße und die Wurflinien identisch. Dennoch gibt es kleine Unterschiede im Regelwerk, die an den Gegebenheiten des Rollstuhlbasketballs angepasst wurden. So gibt es auch im Rollstuhlbasketball einen Schrittfehler, denn nach zwei Schüben an den Rädern muss wieder gedribbelt werden (vgl. Rebound, 2012, S. 5). Zudem kommt ein Klassifizierungssystem hinzu, dass den jeweiligen Grad der körperlichen Beeinträchtigung eines Spielers bestimmt, um eine Chancengleichheit zwischen den Teams herzustellen. Die Summe der Klassifizierungspunkte der Feldspieler darf den Wert von 14,5 nicht überschreiten. So hat ein 1-Punkt-Spieler keine Kontrolle über den Unterleib und die Sitzbalance ist deutlich behindert. Dagegen hat ein 4,5-Punkt-Spieler nur geringe Einschränkungen an den Beinen oder sind gänzlich nicht behindert (Fußgänger) (vgl. Klassifizierungskommission Rollstuhlbasketball, 2014, S. 10; Beckmann, 2014, S. 1). Daraus folgt, dass lediglich nur zwei Fußgänger pro Team erlaubt sind. Um die Aufnahme von Frauen zu erleichtern und die geringere Muskelkraft zu berücksichtigen, erhalten Frauen einen Bonuswert von 1,5 Punkten, die von der jeweiligen Punkteanzahl abgezogen wird. Demzufolge fördert das Regelwerk ein hohes Inklusionspotenzial, denn Frauen spielen mit Männern und gehandicapte Sportler mit Fußgängern (vgl. Voigt, 2012, S. 1)!

3) Darlegung der Unterrichtseinheiten

3.1 Didaktische Vorüberlegungen im Bereich des Blindenfußballs

An dieser Stelle wird das didaktische Grundgerüst zur Einführung des Blindenfußballs im Rahmen einer Regelschule dargelegt.Im ersten Schritt ist es von enormer Bedeutung, dass die Lernenden sich an den neuen Umstand des "Nicht-Sehens" gewöhnen. Hierbei muss immer beachtet werden, dass das "blind sein" für die Lernenden eine komplette Umstellung ist und zugleich auch eine starke Bewegungseinschränkung nach sich zieht. Dementsprechend ist zu Beginn wichtig, dass die Schüler ein Raumgefühl entwickeln und Bezugspunkte wie Banden sicher finden können (vgl. Pfisterer, 2009, S. 11). Im Anschluss daran können Kommunikations- und leichte Aufwärmübungen mit dem Ball eingeführt werden. In der nächsten Unterrichtseinheit können kleine spielerische Elemente umgesetzt werden, welche dann im großen Spiel enden. Hierbei ist es auch von enormer Bedeutung taktische Grundformationen einzustudieren, sodass die Lernenden einen gewissen Grad an Positionsdisziplin aufzeigen und ein geordnetes Zielspiel zustande kommen kann. Des Weiteren ist Herr Pfisterer der Meinung, dass man im Bereich des Blindenfußballs unbedingt mit Metaphern arbeiten sollte, damit die blinden Fußballer eine Vorstellung der Bewegung erlangen und sie somit besser umsetzen können. Zudem wird darauf hingewiesen, dass blinde Fußballer stets mit Metaphern arbeiten, da eine Demonstration einer Übung für sie logischerweise keinen Mehrwert ergeben würde. Das Grundgerüst sieht demnach wie folgt aus: Raum- und Wahrnehmungsübungen - Raum- und Wahrnehmungsübungen mit dem Ball - Einführung der Grundtechniken im Blindenfußball - Einführung des Passens - Einführung des Dribblings - Erarbeitung kleiner Spielformen (1:1 oder 1:2) - Taktische Grundformatione einstudieren (Raute, Viereck) - Zielspiel (5:5).

3.2 Beschreibung der Unterrichtseinheiten zum Blindenfußball 

3.2.1 Erste Doppelstunde zum Blindenfußball

Stundenaufbau

Ziel der ersten Doppelstunde war es, dass die Schüler – zunächst ohne Ball - ein Raumgefühl erlangen und sich an die neuen Gegebenheiten gewöhnen. Im Anschluss daran folgten Kommunikationsübungen und einfache Pass- und Dribblingformen. Ein Blindenfußballspiel rundete die Stunde ab. Innerhalb dieser Stunde wurden folgende Lernziele angestrebt:

Kognitiv:                     Die Lernenden sollen Regeln innerhalb des Blindenfußballs erläutern können.

Motorisch:                  Die Lernenden sollen die Grundtechniken des Passens und Dribblings umsetzen können.

Sozial-affektiv:           Die Lernenden sollen einen Perspektivenwechsel schaffen und sich in Mitschülern mit Seheinschränkungen hineinversetzen.

Aufwärmphase

In der Aufwärmphase wurden zunächst ohne eine Seheinschränkung (Augenbinde) koordinative Laufübungen umgesetzt. Die Lernenden sollten sich ohne jegliche Druckbedingungen aufwärmen, um möglichen Verletzungen vorzubeugen. Im Anschluss daran wurden Augenbinden ausgeteilt und Pärchen gebildet, sodass ein Lernender eine Augenbinde trug und durch die Führung eines sehenden Schülers sich durch die Turnhalle bewegte. Zudem sollten die Lernenden gewisse Orientierungspunkte anlaufen, um ein gewisses Raumgefühl und erste Erfahrungen mit einer Seheinschränkung zu erlangen. In diesem Zusammenhang sollten die Lernenden für die körperlichen Beeinträchtigung sensibilisiert werden und gegenseitig Vertrauen aufbauen, da die Kommunikation und das Vertrauen innerhalb des Teams für ein erfolgreiches Abschlussspiel von großer Bedeutung ist.

Hauptphase

Zu Beginn der Hauptphase hatten alle Lernenden eine Augenbinde auf und es wurde ein Kreis gebildet, in dem ein Blindenfußball von einem zum anderen Schüler weitergereicht wurde. Die Übung wurde variiert, sodass die Abstände vergrößert wurden und mehrere Bälle ins Spiel kamen. Der abgebende Spieler rief den Namen seines Mitschülers, der entgegenkommende Mitschüler antwortete mit „VOY“, sodass Zusammenstöße vermieden wurden (vgl. Pfisterer, 2009, S. 13). Im Anschluss an die Kommunikationsübungen folgten Pass- und Dribblingsformen. Die Lernenden gingen in Fünfer-Gruppen zusammen, nahmen sich jeweils einen Ball und setzten die Übungsformen um. Jeweils ein Lernender (gegebenenfalls ein Invalide) aus einer Gruppe überwachte und kontrollierte die Übungsformen und gab Anweisungen, damit die Lernenden eine Orientierungshilfe erhielten. Des Weiteren diente der Lernende als „Sicherheitsorgan“ innerhalb der Umsetzung. Der Sicherheitsaspekt ist nämlich bei Einführung des Blindenfußballs von höchster Bedeutung (vgl. Pfisterer, 2009, S. 7). Eine negative Erfahrung zu Beginn der Einführung hätte zu Desinteresse und Demotivation führen können.

Die Erarbeitungsphase begann mit der Einführung des Passens. Anfangs wurde der Pass mit der Innenseite und zum Schluss mit der Sohle ausgeführt. Nach der Einführung des Passens folgten Übungsformen zum Dribbling. Dabei wurden bei den einzelnen Übungsformen Metaphern eingesetzt, damit die Lernenden die Bewegungsbeschreibung besser abstrahieren konnten. Beispielsweise sollte bei einem Dribbling der Ball wie auf einer Schiene zwischen den Füßen geführt werden. Die Metapher einer Schiene sollte an dieser Stelle die Bewegungsbeschreibung verdeutlichen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass blinde Fußballer stets mit Metaphern arbeiten, da eine Demonstration einer Übung für sie logischerweise keinen Mehrwert ergeben würde. Ein Abschlussspiel rundete die Stunde ab (5:5), wobei jeder Feldspieler einen sehenden Spieler an die Seite gestellt bekam. Zum Abschluss der Einheit wurde die Stunde reflektiert und Schüleraussagen notiert.

Reflexion der ersten Doppelstunde

Es wurde mit der Klasse ein Aufwärmprogramm zusammen entwickelt, sodass sich eine gewisse Routine in den Abläufen etabliert hat und dementsprechend das Aufwärmprogramm reibungslos funktionierte. Nach der Aufwärmphase folgten Wahrnehmungsübungen zum Raumverständnis. Die Schüler waren sehr an den Übungen interessiert und haben das Unterrichtsgeschehen mit neuen Ideen bereichert. Zum Beispiel kam die Idee auf, dass die Lernenden (mit Augenbinden) sich in einem Abstand von zwei Metern auf den Bauch legen und im Anschluss daran einen Kreis bilden mussten. Nach den Raumübungen folgte ein kurzer Theorie-Input und es kam zum Einsatz des Balles. Der überwiegende Teil der Klasse konnte schon nach ersten anfänglichen Schwierigkeiten die Technikübungen gekonnt umsetzen. Die Vereinsfußballer waren dabei sehr gekonnt im Umgang mit dem Ball und empfanden es als große Herausforderung, blind mit dem Ball umgehen zu müssen. Bei den Passübungen wurde es deutlich, dass sich noch keine einheitliche Kommunikationsbasis zwischen dem ausführenden Spieler und dem Guide etabliert hatte. So kamen zu Beginn der Übungen die meisten Pässe nicht an, da die Zurufe zwischen dem sehenden und nicht-sehenden Spieler nicht deutlich waren. Beispielsweise kam es zu Zurufe wie „der Ball ist drüben“. Nach einer kurzen Anweisung, Informationen nur mit der Schrittlänge und der Richtung anzugeben wurde die Umsetzung der einzelnen Übungen flüssiger (zwei Schritte nach rechts, zwei nach links).

Spielähnliche Situationen wurden mit Freude und Begeisterung aufgenommen. Die Kommunikation zwischen dem Torwart und dem Spieler wurde besser, sodass auch die Spielfreude stieg. Dadurch, dass die Schüler einen hohen Bewegungsdrang empfanden, musste die Lehrperson stets darauf hinweisen, dass die Arme nach vorne gestreckt werden müssen, damit sicherheitsrelevante Aspekte beachtet werden. Im Zielspiel kam es zu einem kurzen Zusammenstoß. In der Reflexionsrunde äußerten die Lernenden, dass es Ihnen Spaß gemacht hat. Ein Lernender sagte, dass Blindenfußball dahingehen von Vorteil sei, da sich keiner blamieren kann, da jeder auf dem gleichen Niveau ist. Des Weiteren kam der Wunsch der Schüler auf, zum Schluss der Stunde noch Fußball zu spielen.

3.2.2 Zweite Doppelstunde zum Blindenfußball

Stundenaufbau

Innerhalb der zweiten Doppelstunde stand das Zielspiel im Vordergrund. Es wurden taktische und spielerische Elemente eingeführt, welche sich dann dem Zielspiel nähern sollten.

Innerhalb dieser Stunde wurden folgende Lernziele angestrebt:

Kognitiv:                     Die Lernenden sollen klare Bewegungsabläufe und Bewegungshinweise deuten können.

Motorisch:                  Die Lernenden sollen Bewegungsabläufe innerhalb des Zielspiels umsetzen können.

Sozial-affektiv:           Die Lernenden sollen innerhalb der Spielformen Verantwortung gegenüber den blinden Mitschülern übernehmen können.

Aufwärmphase

In der Aufwärmphase wurden zunächst ohne Seheinschränkungen (Augenbinde) koordinative Laufübungen umgesetzt. Es folgten wiederum Raum- und Wahrnehmungsübungen.

Hauptphase

In der Hauptphase wurde zunächst das Zielspiel zergliedert. Es wurde „1 gegen 1“ gespielt mit einem sehenden Torwart, welcher das Abwehrdrittel koordinierte. Hierbei dribbelte der ballführende Schüler auf den verteidigenden Schüler zu und versuchte mit einem Dribbling den Spieler zu umspielen und ein Tor zu erzielen. Im Anschluss daran folgte das Spiel „1 gegen 2“. Die Überzahlsituation sollte das Spielverständnis der Lernenden erhöhen und Pässe innerhalb des Teams provozieren. Die einzelnen Spielsituationen simulierten das Zielspiel in Teilen, sodass eine Hinführung zum Abschlussspiel von statten ging. Im Anschluss an die Spielformen stellten sich die Lernenden in einer Grundformation auf (Raute, Rechteck) und spielten sich den Ball zu. 

Zum Abschluss der Einheit stand das Zielspiel im Vordergrund. Es spielten zwei Teams mit jeweils vier Feldspielern, einem Torwart, einem Trainer und einem Guide gegeneinander. Nach dem Zielspiel im Blindenfußball wurde auf die Schüleraussage von letzter Woche eingegangen und ein Abschlussspiel ohne jegliche Seheinschränkung angeboten.

Durch die zeitliche Aneinanderreihung der Sportarten Fußball und Blindenfußball sollte die Sensibilität und der Respekt vor einer Seheinschränkung gezielt ausgelöst werden. Im Anschluss an den Unterricht der Einheit „Blindenfußball“ wurde eine Reflexionsrunde durchgeführt und die einzelnen Aussagen der Lernenden erfasst.

Reflexion der zweiten Doppelstunde

Zu Beginn der Stunde waren die Lernenden sehr motiviert und hatten Freude an den Raum- und Wahrnehmungsübungen. Die Hinführung zum Zielspiel wurde ebenso positiv von den Lernenden aufgenommen und auch technisch gut umgesetzt. Insbesondere die Spielform des 1:1 mit einem Torwart als Guide, stellte sich als Bereicherung für die Einheit der Stunde dar. Die Variation der Übungsform, dass der ballbesitzende Spieler seinen Gegner mit einem Dribbling umspielen musste war ebenso gewinnbringend. Dabei wurde die Spielsituation so ausgerichtet, dass nach dem Dribbling das Spiel unterbrochen wurde und der Gegenspieler den Ball erhielte und nun dribbeln durfte. Dadurch wurde die Schwierigkeit des Spiels in gewissen Bereichen gedrosselt und die Lernenden konnten durch ein Dribbling Erfolgserlebnisse genießen. Im Anschluss daran wurde die Anzahl der Spieler innerhalb der Spielform erhöht, sodass sich die Übungsformen dem Zielspiel näherten. Hierbei war erkennbar, dass mit Zunahme weiterer Spieler der Schwierigkeitsgrad und der Aufforderungscharakter sich erhöht hatten. An dieser Stelle war es wichtig das Spiel kurz zu unterbrechen und wieder vom Torwart beginnen zu lassen, um den Spielfluss aufrecht zu erhalten.

Das Zielspiel war zu Beginn der Einheit noch strukturiert, welche im Laufe der Zeit abnahm. Aufgrund des zu hohen Schwierigkeitsgrades des Zielspieles konnten sich nur selten Erfolgserlebnisse bilden. Ein kleineres Spielfeld und eine geringere Anzahl an Teammitgliedern wären rückblickend möglicherweise von Vorteil gewesen, da dadurch Kombinationen oder Tore leichter hätten fallen können und dementsprechend Erfolgserlebnisse leichter umsetzbar gewesen wären.

Mit der Zeit wurden die Lernenden immer unkonzentrierter und nachlässiger, sodass stets darauf hingewiesen werden musste, dass die Arme nach vorne gestreckt werden müssen.

Als Kontrast zum Blindenfußball und für die gute Mitarbeit wurde zum Schluss der Einheit noch ein 15-minütiges Abschlussspiel (Fußball) eingestreut. In der Reflexionsrunde erwähnten die Lernenden, dass die starke Beeinträchtigung ihnen vor allem im Abschlussspiel erkennbar wurde (Fußball). Dabei viel sogar zur Verwunderung der Lehrperson in manchen Spielsituationen, der eigentlich nur für den Blindenfußball üblichen Begriff „VOY“.

3.3 Didaktische Vorüberlegungen im Bereich des Rollstuhlbasketballs

 

Beim Rollstuhlbasketball ist es zuallererst wichtig sich mit dem neuen „Spielgerät“ vertraut zu machen und sich daran zu gewöhnen. Zudem sollte zu Beginn  der Einheit auf Sicherheitsaspekte im Umgang mit dem Sportrollstuhl eingegangen werden. Des Weiteren ist es entscheidend, dass der Sportrollstuhl als Sportgerät anerkannt wird und sich vom Alltagsrollstuhl in vielen Punkten unterscheidet.

Aus diesem Grund werden zu Beginn der Unterrichtseinheit, einzelne Unterschiede zwischen den Rollstühlen aufgeführt und Sicherheitsaspekte erläutert. Im Anschluss daran werden Übungen, welche den Umgang mit dem Rollstuhl verbessern, umgesetzt. Im nächsten Schritt kommt der Basketball hinzu. Die Lernenden sollen in dieser Phase, erste Berührungspunkte mit dem Rollstuhlbasketball erlangen und Grundtechniken des Passens und Dribblings erarbeiten. Die Regelkunde schwebt über allen Einheiten und wird bei passender Gelegenheit immer wieder eingesetzt (Dribbling - Doppelschub).

3.4 Beschreibung der Unterrichtseinheiten zum Rollstuhlbasketball

3.4.1 Erste Doppelstunde zum Rollstuhlbasketball

Stundenaufbau

Innerhalb der ersten Doppelstunde zur Rollstuhlbasketball-Einheit stand der Umgang mit dem Sportgerät im Vordergrund. Im Anschluss daran wurden Passformen, der Korbwurf und das Dribbling im Rollstuhlbasketball erarbeitet. Die Stunde wurde durch ein Zielspiel abgerundet.

Innerhalb dieser Stunde wurden folgende Lernziele angestrebt:

Kognitiv:                     Die Lernenden sollen Sicherheitsaspekte und Regeln im Rollstuhlbasketball wiedergeben können.

Motorisch:                   Die Lernenden sollen den Umgang mit dem neuen Sportgerät erlernen.

Sozial-affektiv:           Die Lernenden sollen sich in die Situation eines körperlich beeinträchtigten Menschen hineinversetzen können.

Aufwärmphase

Bei der Einführung des Rollstuhlbasketballs sollten sich die Lernenden zuerst ohne jegliche Druckbedingungen in einem Reihenlauf warmmachen. Zu Beginn der Einheit lag der Fokus auf einem sicheren und gekonnten Umgang mit dem Sportrollstuhl. Im ersten Schritt musste dieser zusammengebaut, das heißt die Räder in eine Vorrichtung hineingedrückt werden. Herr Rieger (Referent) erläuterte dabei die wichtigsten Unterschiede zwischen einem Sportrollstuhl und einem Alltagsrollstuhl. Unterschiede liegen bei der Bereifung, dem Stützrad, der Reifenmischung und dem Rahmen vor. Demzufolge wurden zunächst Sicherheitsaspekte im Umgang mit dem Sportrollstuhl erläutert und dieser daraufhin eingesetzt. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass die Beine stets hinter dem Vorderrahmen blieben, um Verletzungen vorzubeugen. Im Anschluss daran stellten sich die Lernenden in einer Linie auf und rollten zur gegenüberliegenden Wand. Der Anforderungscharakter erhöhte sich nach und nach, sodass Variationen eingebaut wurden. Beispielsweise stellten sich die Schüler zu zweit oder zu viert hintereinander auf und der Vordere zog die anderen Lernenden mit dem Sportrollstuhl nach sich.

Hauptphase

Im nächsten Schritt wurde ein Parcours aufgebaut, welche die Lernenden umfahren mussten. Hierbei sollten die Schüler den Umgang und das Handling mit dem Sportgerät verbessern. Nach der Eingewöhnungsphase wurde der Basketball in die Einheit mit aufgenommen, sodass die Lernenden eine Gasse bildeten und sich den Ball zupassten. Dabei wurden die drei Passformen (Direktpass, Bodenpass und Überkopfpass) eingeführt und einzelne Knotenpunkte angesprochen. Beispielsweise sollte bei einem Direktpass, stets die Nase des Mitspielers anvisiert werden. Im Anschluss daran wurde die Technik „Dribbling“ angerissen. Herr Rieger demonstrierte die Technik und erläuterte dazu die Regeln. Anschließend versuchten die Lernenden, die Technik des Dribblings umzusetzen und den auf den Boden liegenden Ball aufzunehmen.

Nach der Erarbeitung der Passformen wurde ein Rundlauf, mit dem Ziel eines Korbwurfes, konzipiert. Die Lernenden hatten einen Basketball in der Hand und spielten entweder mir oder Herrn Rieger einen Pass zu. Im Anschluss daran bekamen die Lernenden den Ball zurückgepasst und mussten einen Korb erzielen. Nach dem Korbwurf wurde der Ball „gereboundet“ und es ging zum nächsten Korb. Im nächsten Schritt folgte das Zielspiel. Dabei standen sich zwei Mannschaften (5:5) gegenüber und es wurde Rollstuhlbasketball gespielt. Zum Abschluss der Einheit wurde noch das Klassifizierungssystem innerhalb des Rollstuhlbasketballs erläutert und die Stunde mit den Lernenden reflektiert.

Reflexion der dritten Doppelstunde

Die Lernenden waren sehr motiviert und hatten den Sportrollstuhl als „Sportgerät“ angenommen und dabei keinerlei Hemmungen offenbart. Es trat eher das Gegenteil ein, dass die Lernenden in ihrem Bewegungs- und Übungsdrang gebremst werden mussten. Dabei wurde stets darauf hingewiesen, dass die Füße hinter dem Vorderrahmen bleiben müssen, damit keine Verletzungen entstehen. Zudem musste stets aufgepasst werden, dass die Stützräder fest am Sportrollstuhl verschraubt sind, damit die Lernenden nicht nach hinten fallen. Demnach war der Sicherheitsaspekt innerhalb der Einheit stets gegenwärtig und musste dementsprechend auch Folge geleistet werden. Des Weiteren gingen die Lernenden mit dem neuen Sportgerät sehr nachlässig um, sodass auf den richtigen und gewissenhaften Umgang mit dem Sportrollstuhl stets hingewiesen wurde.

Die Unterrichtseinheit verlängerte sich um fünf Minuten, damit das Abschlussspiel noch in die Einheit mit aufgenommen werden konnte. Dies haben die Lernenden, ohne jegliche Kritik akzeptiert und haben sich über ein aufkommendes Abschlussspiel gefreut. Dabei waren die Lernenden sehr gut im Umgang mit den Sportrollstühlen, sodass ein strukturiertes Abschlussspiel die Folge war. 

Innerhalb der Reflexionsrunde wurden durchweg positive Beiträge genannt, dass die Einheit ihnen Freude bereitet hat und sie sich auf die kommende Woche freuen. Des Weiteren wurde von den Schülern die körperliche Anstrengung genannt wie beispielsweise die starke Beanspruchung des Bizeps. Da viele der Wirtschaftsschüler in ihrer Freizeit ins Fitnessstudio gehen ist dieser Aspekt im Rahmen des Rollstuhlbasketballs nicht zu vernachlässigen und kann für die sportliche Eignung innerhalb dieser Schulstufe als positiv angesehen werden.

 

3.4.2 Zweite Doppelstunde zum Rollstuhlbasketball

Stundenaufbau

Innerhalb der zweiten Einheit standen die Hinführung zum Zielspiel und die Verbesserung des Zusammenspiels im Vordergrund. So begann die Stunde mit einem gruppentaktischen Aufwärmspiel, ging über in die Erarbeitung des Korbwurfes und endete folglich im Zielspiel.

Innerhalb dieser Stunde wurden folgende Lernziele angestrebt:

Kognitiv:                     Die Lernenden können die Knotenpunkte des Korbwurfes erläutern.

Motorisch:                   Die Lernenden sollen basketballspezifische Fähigkeiten im Zusammen-spiel mit dem Rollstuhl erlernen (Korbwurf).

Sozial-affektiv:           Die Lernenden erfahren ihren Leistungsstand und bringen sich im Mannschafts-Spiel mit ein.

 

Aufwärmphase

Zu Beginn der vierten Doppelstunde wurde nochmals auf die Sicherheitsaspekte im Umgang mit dem Rollstuhl hingewiesen. Im Anschluss daran folgte ein Aufwärmspiel. Die Lernenden rollten durch die Halle und der letzte Rollstuhlfahrer der Reihe hatte die Aufgabe, die vor ihm liegenden Rollstuhlfahrer zu überholen, bis er an der Spitze der Reihe ankam. Danach folgte ein basketballspezifisches Aufwärmspiel, sodass drei Teams gebildet und drei Bälle innerhalb eines abgesteckten Vierecks untereinander zugepasst wurden. Das Spiel wurde dahingehend variiert, dass ein Ball aus dem Spiel genommen wurde und die Lernenden innerhalb eines Teams sich den Ball, unter gegnerischem Einfluss, zupassten. Ein Punkt konnte erzielt werden, wenn innerhalb eines Teams 10 Pässe gespielt wurden.

Hauptphase

Die Aufwärmphase ging in ein Reboundspiel über, sodass ein Mitschüler den Ball zum Korb werfen und der andere Partner in per Rebound aufnehmen musste. Dies wurde dahingehend variiert, dass sich die gebildeten Teams auf die Körbe verteilten und Würfe ausführten. Dabei wurde auch der Wettkampfcharakter eingeführt, sodass das Team gewonnen hatte, welches als erste fünf Körbe erzielte. Im nächsten Schritt folgte das Abschlussspiel. Dadurch dass uns die ganze Halle zur Verfügung stand, konnten wir ein Turnier unter realen Bedingungen durchführen. Dabei standen sich die Teams zweimal gegenüber, sodass eine Vor- und Rückrunde gespielt wurde. Die Einheit endete in einem Vortrag zur Sinnhaftigkeit der Veranstaltung. Das untenstehende Bild zeigt das Zielspiel im Rahmen meines Unterrichts.

Abbildung: Zielspiel im Rollstuhlbasketball 

Quelle: Teckbote "Zwischen Training und Toleranz http://www.teckbote.de/nachrichten/sport_artikel,-Zwischen-Toleranz-und-Training-_arid,85341.html

Reflexion der vierten Doppelstunde

Die Lernenden waren auch bei der zweiten Einheit zum Rollstuhlbasketball sehr engagiert. Auch der Umstand, dass die lokale Zeitung da war, erhöhte die Leistungsbereitschaft der Lernenden. Innerhalb der Übungsreihe zum mannschaftstaktischen Spiels und dem Korbwurf waren die Lernenden stets engagiert und konzentriert. Das Abschlussspiel schaffte ein geeignetes Ende, sodass die Lernenden ihr Erlerntes im großen Rahmen umsetzen konnten. Durch das Turnierkonzept am Ende der Einheit kam ebenso noch der Wettbewerbscharakter ins Spiel und dies motivierte die Schüler zunehmend. Innerhalb der zwei Einheiten konnten ich und Herr Rieger eine Leistungssteigerung im Umgang mit dem Sportgerät und im gruppentaktischen Spiel erkennen.

In der Fragerunde zur Sinnhaftigkeit der Einheit wiesen die Lernenden zum einen auf den Umstand des Perspektivenwechsels zwischen Fußgänger und Rollstuhlfahrer und zum anderen auf die Erweiterung des Sportangebotes hin. Zudem erzählte Herr Rieger über seinen Alltag und sensibilisierte die Lernenden dahingehend, dass sie gehandicapten Mitmenschen ihre Hilfe in gewissen Situationen anbieten sollen und sich nicht davor scheuen müssen. 

3.5 Gesamtfazit der Unterrichtseinheiten

 

Das Resümee der gesamten Unterrichtseinheit fällt sehr positiv aus. Die Lernenden zeigten sehr viel Eigenmotivation und waren mit Freude dabei. Zudem hatten die meisten Lernenden keine Angst oder Bedenken, die „neuen“ Sportarten umzusetzen, sondern erfreuten sich an den neuen Erfahrungen. Die Bereitschaft zur Umsetzung der Inklusionssportarten war im Vorfeld der Einheiten gegeben, sodass die Umsetzung gewährleistet werden konnte.

Die unterschiedlichen Schülerniveaus wurden durch den Blindenfußball ausgeglichen, da dieser sowohl für den fußballaffinen als auch für den fußball-desinteressierten Sportler eine Herausforderung darstellte. Dennoch muss erwähnt werden, dass das „blind sein“ eine enorme Einschränkung für den Lernenden darstellte und dementsprechend ein Zielspiel nur schwer umsetzbar war. Beim Rollstuhlbasketball war das Zielspiel einfacher umzusetzen und demnach auch die reflektierte Spielfreude höher als beim Blindenfußball. Zusammenfassend kann behauptet werden, dass das Projekt ein voller Erfolg war.

4 Kurzer Überblick über die Untersuchungsergebnisse

Zu Beginn und nach meiner Einheit wurden einzelne Fragen zur Sensibilität und Inklusionsbereitschaft der Schüler erfasst und verglichen, ob sich durch die durchgeführten Einheiten die Senisibilität und die Inklusionsbereitschaft der Schüler gegenüber körperbehinderten Menschen und gegebenenfall Mitschüler erhöht hat.

Durch die  Ergebnisse lässt sich eine hohe Inklusionsbereitschaft bei den Lernenden ableiten, welcher als positiver Aspekt innerhalb des Projektes angesehen werden kann. Zudem lässt sich erkennen, dass die Sensibilität und in Teilen die Bereitschaft zur Inklusion im Laufe des Projektes gestiegen sind. Des Weiteren haben die Lernenden neue Formen des Sports kennengelernt und können somit als Multiplikatoren innerhalb der Gesellschaft auftreten, um das erweiterte Sportverständnis stärker zu etablieren. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt innerhalb meines Projektes war zudem die Überprüfung der Alltagstauglichkeit der Inklusionssportarten. Hierbei zeigen die dargelegten Ergebnisse, zumindest auf Seiten des Rollstuhlbasketballs, positive Werte auf.

Die letzte Hypothese stellte den Status Quo der Schulen hinsichtlich der Inklusion dar. Hierbei zeigt sich aufgrund der eigenen Erfahrung, dass die einzelnen Schulen und das Lehrerpersonal noch nicht hinreichend auf die Chancen und Risiken der Inklusion vorbereitet sind. Beispielsweise lässt sich durch die derzeitige Ausstattung der Schulen einzelne Inklusionssportarten nicht umsetzen. Ein Lösungsansatz wäre eine stärkere Kooperation und Zusammenarbeit der Schulen untereinander. Hierbei müssten die Schulen stärker miteinander in Kontakt treten, um die Anschaffungskosten der Sportgeräte auf einer breiteren Basis zu verteilen. So könnte der Landkreis beispielsweise ein Pool an Sportrollstühlen anschaffen, welche dann von Schule zu Schule wandern. Demnach würden sich die Kosten auf mehrere Schulen verteilen und die Sportgeräte wären auch stets im Einsatz.

Rückblickend lässt sich demnach festhalten, dass das Projekt sowohl mir als auch den Schülern Freude bereitet hat und zudem positive Effekte dargelegt werden konnten. Nun liegt es an der Politik und auch an der Gesellschaft die positiven Effekte der Inklusion durch sinnstiftende Projekte und Maßnahmen zu unterstützen und zu fördern.

Abbildung: Klassenbild

 

Abbildung: Auszug aus dem Zeitungsartikel zur Unterrichtseinheit 

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.teckbote.de/nachrichten/sport_artikel,-Zwischen-Toleranz-und-Training-_arid,85341.html

 

Literaturverzeichnis

Beckmann, W. (2014). Rollis müssen rechnen können – Die Handicap-Regelung beim Rollstuhl-Basketball. Zugriff am 16.10.2014 unter http://www.noz.de/deutschland-welt/os-sport/artikel/445113/die-handicap-regelung-beim-rollstuhl-basketball.

Blindenfußball-Bundesliga (2009). Regelwerk Deutsche Blindenfußball-Bundesliga. Zugriff am 02.11.2014 unter  http://www.blindenfussball.de/pdf/Regelwerk_DBFL.pdf.

Rebound (2012). The most spectacular game on wheels. Zugriff am 04.11.2014 unter http://www.drs‑rollstuhlbasketball.de/fileadmin/DRS/downloads/teamgermany/team_germany_magazin_2012.pdf.

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